Jürgen Greiner Autor

Bezahlen mit Kreditkarte im Internet?
Fortsetzung Seite 2

Drei oder vier Wochen könnte ich dann zuschlagen und die Daten entsprechend verwenden, wenn der Inhaber der Kreditkarte längst vergessen hat, dass es eine erfolglose Bestellung gegeben hat. Ich habe solch einen Fall immer als Ausgeburt meiner Phantasie gehalten, aber zwischenzeitlich kann ich davon ausgehen, dass ich nicht der einzige war, der diese Idee hatte, diese aber im Gegensatz zu mir umgesetzt hatte. Aus einem Fall, welchen ich bearbeitet habe, konnte ich dann entnehmen, dass die Daten in China eingesetzt worden sind, wobei mir die Inhaberin der Kreditkarte versicherte, dass sie dort nie gewesen war, auch nicht virtuell zum Einkaufen.

Ganz sicher war ich jedoch aufgrund des Umstandes, dass es laut Angaben der Inhaberin der Kreditkarte zwar eine gescheiterte Transaktion gegeben habe, aber die Beträge der später stattgefundenen Transaktionen ganz andere waren. Wie dem auch sei: Ich möchte mit diesem kleinen Gedankenspiel lediglich verdeutlichen, dass eine Bezahlung mit Kreditkarte im Internet immer ein gewisses Risiko birgt, was nicht bedeuten soll, dass ich ganz davon abrate, aber man sollte zumindest vorsichtig sein.

Was aber können Sie tun, um Missbrauch zu verhindern? Zunächst gar nichts, aber sie können wachsam sein. Es gibt bereits zahlreiche Anbieter (von Kreditkarten), die jede Transaktion der Karte sofort auf Ihr Smartphone melden. Gehören Sie jedoch noch zu den Papierempfängern, dann merken Sie erst bei der Abrechnung, dass hier was nicht stimmt. Täter wissen das und schlagen daher meistens zu Beginn eines Abrechnungszeitpunkts zu und schon haben sie einige Wochen Vorsprung vor der Polizei.

Egal, welches System sie benutzen: Zeigen Sie einen Missbrauch Ihrer Kreditkarte unverzüglich an, sowohl bei der Bank als auch bei der Polizei. Erstens können Sie vielleicht, wenn Sie schnell sind, die Zahlung sogar noch blockieren, aber auf jeden Fall wird nicht unnötig Zeit vergeudet, welche nur dem Täter zugute kommt. Und es hat vor allem den Effekt, dass die (illegal) gekauften Daten nicht mehr zu gebrauchen sind. Möglicherweise verliert mancher Täter daran das Interesse, wenn der Gewinn nicht so ausfällt, wie er sich das erhofft.

Wozu braucht der Täter Ihre Kreditkarte bzw. deren Daten? Um online einzukaufen, seien es reelle oder virtuelle Waren. Meistens sind es jedoch virtuelle Waren, weil hier keine Lieferadresse benötigt wird, wo man den Täter möglicherweise überführen könnte. Doch ob die es glauben oder nicht: Die Täterschaft, die sich darauf spezialisiert hat, solche Daten auszuspähen, benutzt diese nicht einmal selbst, sondern verkauft diese wiederum im sogenannten Darknet.
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