Jürgen Greiner Autor

Ein Fall von Love-Scam:
Auszug aus "Jessica und die Odenwaldbande, 1. Buch
Fortsetzung Seite 4

„Du hast aber nicht?“ fragte Jessica. „Nein, es gab dazu auch keinen Anlass. Wir schrieben uns mindestens schon 4 Monate, ohne dass etwas auffällig gewesen wäre. Ich war in dieser Zeit auch beruflich ziemlich beschäftigt, sodass ich froh war, wenn ich abends zuhause mit ihm schreiben konnte. „Und wie kamst Du dann zu diesen Bildern?“ fragte Jessica nach. „Nach ein paar Monaten, wo wir uns tadellos verstanden hatten und ich das Gefühl hatte, dass wir wunderbar miteinander harmonierten, da vermisste ich den Sex doch ein wenig.

Gut, ich hätte nebenbei wieder nach One-Night-Stands suchen können, aber ich hatte die Befürchtung, dass ich dann diese Beziehung verlieren würde.“ Jessica zeigte sich erstaunt: „Aber er hätte doch gar nichts mitbekommen, Du hättest doch einfach so tun können, als sei nichts passiert?“, fragte sie nach. Martina schüttelte den Kopf. „Nein“, fuhr sie fort, „das hätte sich für mich nicht gut angefühlt. Ich hatte mich zwischenzeitlich in ihn verliebt, und zwar über beide Ohren, wie man so schön sagt.

Es war zwar am Anfang etwas komisch, nur zu schreiben, aber daran hatte ich mich sehr schnell gewöhnt. Und das, was er schrieb, war einfach zu schön, zu harmonisch, dass ich es nicht mehr vermissen wollte.“ Martina unterbrach und nahm einen Schluck Kaffee.

Dann fuhr sie fort: „Ich wollte es dann irgendwann wissen, wie der Mann wirklich ist. Und dann wollte ich es wieder nicht, weil ich befürchtete, dass mein Prinz sich vielleicht doch in einen Frosch verwandeln könnte. Ich habe wochenlang überlegt und dann habe ich mich doch entschlossen, ihn zu fragen, ob er sich auf vorstellen könne, dass wir miteinander einmal Sex haben könnten.“ – „Und?“, fragte Jessica, „wie hat er darauf reagiert?“ Martina zögerte etwas. „Am Anfang war er sehr zurückhaltend, sodass ich es schon bereute, ihn diesbezüglich gefragt zu haben.

Dann schrieben wir doch über dieses Thema. Er zeigte sich dann doch nicht so abgeneigt, wie ich befürchtet hatte und ich war regelrecht froh. Er fragte mich dann, was ich von Cybersex halten würde. Ich fragte nach, was er damit meine. Er schrieb dann, ich solle ihm Nacktfotos von mir schicken, wenn ich das möchte. Er betonte jedoch zugleich, dass das keine Bedingung sei, dass wir weiter miteinander schreiben könnten. Ich war einverstanden, denn schließlich hatte ich als erste den Vorschlag gemacht.“

Jessica nahm ebenfalls wieder einen Schluck Kaffee und hörte weiter gespannt zu. Dann fragte sie nach: „Und wie sollte dann Euer Cyber-Sex praktisch ablaufen?“ Martina wurde leicht rot. Sie setzte zur Antwort an, aber es fiel ihr sichtlich schwer, darüber in allen Einzelheiten zu reden. Jessica bemerkte diese und ergänzte: „Ist nicht so wichtig, wenn Du darüber nicht sprechen willst.“ Martina schüttelte den Kopf. „Nein“, sagte sie, „jetzt habe ich schon angefangen, Dir alles zu erzählen, dann kommt es darauf auch nicht mehr an.

Also ich habe mich geschminkt und rasiert und dann habe ich vor dem Spiegel einige Selfies gemacht, wo man mich von vorne und von hinten sehen konnte. Dann habe ich ihm das Beste geschickt. Die Bilder hatte ich ein paar Tage zuvor schon gemacht, aber verschickt habe ich es erst, als wir vorher darüber gechattet hatten und er mir sagte, dass er jetzt bereit sei. Etwa eine Minute später schickte er mir ein kurzes Video. Ich kann es Dir zeigen.“

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Jessica und die Odenwaldbande
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