Jürgen Greiner Autor

Ein Fall von Love-Scam:
Auszug aus "Jessica und die Odenwaldbande, 1. Buch
Fortsetzung Seite 8

Er könne einen seiner Cousins bitten, sich um Marcus zu kümmern. Der solle versuchen, ob Marcus nicht nach Istanbul verlegt werden könne, weil dort die medizinische Versorgung als auch die hygienischen Zustände viel besser seien. Er müsse ihm aber vorher Geld schicken, da der Cousin selbst Unkosten habe. Er sei selbstständig und müsse auch etliche hundert Kilometer fahren. Aber 500 Euro müssten reichen.“

„Und Du hast ihm wieder Geld gegeben?“ mutmaßte Jessica. „Ja“ antwortete Martina, „er kam am Abend vorbei und holte das Geld ab.

Am Abend des darauffolgenden Tags rief mich Abdul wieder an und teilte mir mit, dass der Cousin Marcus gefunden habe. Er sei noch am Leben, aber sehr schwach. Eine Verlegung sei deshalb nicht möglich. Ich fragte ihn, ob es in der Türkei keine Krankentransporte mit dem Hubschrauber gäbe. Doch, hat er geantwortet, aber das sei zu teuer. Außerdem müsse bei dem Krankenhaus in Istanbul ein Vorschuss hinterlegt werden. Die würden sich dann um die Verlegung kümmern.“

Martina stockte und hörte auf zu erzählen. Jessica sah sie fragend an. Sie war sichtlich verlegen, weiter zu erzählen. Dann holte Martina tief Luft und fuhr, ziemlich kleinlaut, fort: „Ich habe ihm am nächsten Tag 10.000 Euro gegeben!“

Jessica war ob der Summe auch sichtlich erschrocken. Martina lieferte jedoch sogleich dann eine Erklärung. „Krankenhauskosten sind nicht billig und dazu noch ein Luft-Transport, ich hielt die Summe für realistisch. Ich habe in diesem Moment gar nicht darüber nachgedacht, dass ich Marcus gar nicht richtig kenne und mir ist auch nicht eingefallen, Abdul zu fragen, ob die Firma nicht etwas beisteuern könne.

Ich bin lediglich am nächsten Tag zur Bank gegangen und war am Abend froh, dass Abdul das Geld entgegen genommen und mir in die Hand hinein versprochen hatte, sich um alles zu kümmern.“

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Jessica und die Odenwaldbande
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