Jürgen Greiner Autor

Ein Fall von Love-Scam:
Auszug aus "Jessica und die Odenwaldbande, 1. Buch
Fortsetzung Seite 9

Wieder machte Martina eine Pause. Jessica fragte nach: „Hast Du noch Kontakt zu Abdul?“ Martina nickte. „Ja, aber das ist es gerade. Ich telefoniere regelmäßig mit ihm und er gibt mir immer wieder Rückmeldungen, wie es Marcus geht. Er scheint zwischenzeitlich tatsächlich in Istanbul zu sein. Abdul hat mir eine Krankenhaus-Rechnung gezeigt.“

Martina unterbrach ihre Ausführungen und begann, in ihrer Handtasche zu suchen. Dann zog sie ein Papier heraus und zeigte es Jessica. „Hier ist sie, die Rechnung. Es scheint eine Zwischenrechnung zu sein. Zumindest weiß ich jetzt, wo ich ihn suchen könnte.“ Jessica nahm die Rechnung und begann, diese ausgiebig zu studieren. Da die Rechnung jedoch auf Türkisch ausgestellt war, konnte jedoch auch sie aus dem Dokument keine weiteren Schlüsse ziehen.

„Aber hier steht doch als Summe 5.000 Euro. Was ist mit den restlichen 5.000 passiert?“ fragte sie nach. „Nein“ antwortete Martina, „das sind zusätzliche 5.000, weil er ja immer noch dort liegt.“ Jessica sah sie staunend an. „Hast Du das Geld überwiesen, hier steht eine Bankverbindung?“ fragte sie. „Nein“ antwortete Martina. „Abdul hatte mir gesagt, dass seine Familie das Geld aufgebracht und vorgestreckt habe. Also habe ich Abdul die 5.000 in bar gegeben.“

„Wenn ich richtig gerechnet habe, dann hast Du Abdul insgesamt 16.700 Euro gegeben. Ist das richtig?“ fragte Jessica. Martina nickte. „Aber in einer Woche muss ich mich entscheiden, ob ich erneut Geld gebe, weil dann die nächste Krankenhausrechnung kommt. Das ist der Grund, warum ich gestern bei der Polizei war. Niemand kann mir sagen, woran ich bin. Wenn ich nochmals zahle und heraus finde, dass ich einem Betrüger aufgesessen bin, dann tut das weh.

Aber ich fürchte, dass ich mir ewig Vorwürfe machen würde, wenn die Geschichte stimmt und ich, obwohl ich das Geld aufgrund der Erbschaft habe, vielleicht das Leben von Marcus auf dem Gewissen habe, weil ich nicht mehr gezahlt habe.“

Jessica überlegte. „Und was weißt Du von Abdul?“ Martina zuckte verlegen mit den Schultern. „So gut wie nichts. Ich weiß nur, dass er einen blauen 3er BMW mit Heidelberger Kennzeichen fährt. Aber selbst das weiß ich nicht genau.“ Jessica fragte weiter: „Und wann rechnest Du mit der nächsten Zahlung?“

„In zirka einer Woche“ antwortete Martina. „Das ist unsere Chance, etwas Licht in das Dunkel zu bringen. Ich lass mir was einfallen. Vielleicht ganz gut so, dass Du bei mir und nicht bei der Polizei gelandet bist. Ich habe ein paar Freunde und wir haben andere Möglichkeiten als die Polizei, etwas heraus zu finden.“

Als sie das gesagt hatte, wusste sie jedoch noch nicht so recht, welche Hilfe sie Martina anbieten könne. Daher war sie froh, dass sich ihr Smartphone meldete. [...]

Wie die Geschichte schließlich endet, kann im Buch "Jessica und die Odenwaldbande, Episode 1" gerne nachgelesen werden.
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Jessica und die Odenwaldbande
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